Seit fast zwei Wochen sind die Restaurants in der Schweiz geschlossen. Viele Gastronomen stecken bereits tief in der Krise. Einige Restaurant haben bereits ihre eigene „Todesanzeige“ veröffentlicht, um die Schließung für immer bekannt zu geben.

Andere verdauten den Schock schnell und starteten einen Take-away oder Lieferservice. Seltsamerweise raten aber Gastronomie-Verbände davon ab, schnell mal eine Alternative auf die Beine zu stellen. Aufwand und Ertrag rechne sich kaum, meinen die Verbände.

Aber was zeigt die Erfahrungen aktiver Gastronomen?

Harte Auflagen für Take Away und Lieferdienst.

Geht es so einfach? Dein Restaurant darf keine Leute mehr im Lokal verköstigen, also stllst Du ein Take-Away Schild auf und die Gäste können ihr essen mitnehmen….

Dein Koch ist ja da, die Gäste wollen essen und auch der Service könnte man einsetzen, um die Gerichte zu verkaufen.

Realität ist das leider nicht: Restaurants müssen harte Auflagen einhalten. Wer Essen zum Mitnehmen anbietet darf muss alle Regeln des BAG einhalten. Hygiene, Abstand, Desinfektionsmittel und mehr. Dies führt zu großer Unsicherheit, selbst wenn der Take-Away gut läuft, tun sich viele Unternehmen schwer, ihr Angebot auch zu vermarkten.  «Wenn nur etwas Minimales falsch läuft, dann machen sie uns die Bude dicht», erzählt ein anonymer Gastronom. Aber nicht nur die gesetzlichen Auflagen sind ein Problem.

Keiner kommt, wenn er es nicht weiß!

Bei einigen Restaurants ist es möglich über das Internet zu bestellen, sich das Essen liefern zu lassen oder am Standort abzuholen. Nur, wenn kaum jemand erfährt, dass dies möglich ist, bleibt die Zahl der Bestellungen weit unter den Erwartungen.

Auch für die Gäste ist es schwierig herauszufinden, ob ihr Lieblingsrestaurant einen Liefer- oder Take-Away Service anbietet. Hier gilt es nun präsent zu sein. Vor allem digital!

Seit längerer Zeit plädieren wir dafür, dass sich gastronomische Betriebe digital in Szene setzen, Online sichtbar sind, sich eine Gäste-Datenbank aufbauen und mehr. Wer dies in der Vergangenheit beherzigt hat, der hat aktuell einen Vorteil. Er hat die Möglichkeit, seine Gäste gezielt zu informieren und mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

Konkursgefahr

Der Gastroberater Lukas von Bidder antwortet in der Basler Zeitung auf die Frage, für welche Restaurants die größte Konkursgefahr besteht:

„So definitiv ist das nicht zu sagen. Aber die etablierten Betriebe, die bis anhin Erfolg, eine Community, und eine solide Kostenstruktur hatten, werden diese Krise meistern. Diejenigen, die einen durchschnittlichen Gastronomiebetrieb mit durchschnittlicher Leistung führen und vielleicht schon Verlust machten, deren Probleme werden durch die Krise massiv verstärkt. Da kann es zu Konkursen kommen.“

Erfolg in der Vergangenheit und eine Community also. Womit ein bestimmter Bestand an Gästen gemeint ist, sind mit ein Garant, dass Du die Krise überlebst.

Ebenso rät Herr von Bidder davon ab, jetzt schnell einen Take-Away oder einen Lieferservice zu starten. Diese Einschätzung basiert bei ihm auf den hohen Kosten, vor allem für Marketing. Womit wir wieder beim Punkt sind. Auch Durchschnittlichkeit bei Leistung, Angebot und Qualität kann für viele Restaurants tödlich sein. Es gilt heute mehr denn je, sich von der Masse abzuheben.

Wie kommst Du nach der Krise wieder richtig auf Touren? Darüber erfährst Du mehr in den nächsten Tagen.


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